Gedanken zu Mt. 26, 6 – 12 –
H. Mutschler

Mich hat die Geschichte von der Salbung Jesu durch Maria in den letzten Tagen besonders beeindruckt. Ohne Worte lässt sie Jesus ihre Liebe zu ihm spüren. Sie stellt keinerlei Überlegungen an, ob das, was sie tut schicklich oder/und ökonomisch ist. Sie schüttet einfach ihre Liebe über ihm aus. Schon früher haben seine Worte sie ergriffen – sie saß zu seinen Füßen und hörte.
Fließt der Mut zu solch „unvernünftigem“ Handeln aus der Stärke ihrer Liebe? Kann sie so handeln, weil sie nur auf IHN sieht? Mir fällt eine Parallele ein: Auch das Sterben Jesu für uns ist höchst „verschwenderisch“. Es „rechnet“ sich für Gott nicht.
Wie ist es um meine Liebe zu den Menschen in meinem Umfeld bestellt?
Auch das rührt mich in der Geschichte an: Jesus nimmt diese handelnde Liebe der Maria für sich ohne Wenn und Aber gerne an. Er scheint sich darüber zu freuen und lässt das Gute an sich geschehen (Salbung für sein Begräbnis). Er nimmt Maria in Schutz gegen das so sehr vernünftige Umfeld. Ich merke, dass dies nicht so recht in mein bisheriges Bild von Jesus passt. Mein Jesus ist der autarke, immer überschwänglich Gebende, für den solche Gesten nicht von Bedeutung sind.
Mein Bild darf sich verändern. Er ist wahrer Mensch und wahrer Gott!
Wenn ich bedenke, dass er sagte: „Alles, was ihr diesen, meinen geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr mir getan“, bin ich gespannt, wo ich ihn in dieser Passionszeit herzlich und ganz praktisch lieben kann.