Ein seltsamer Busfahrer
von G. und D. Reißig und „Lydia“ 1.2021

Ein Busfahrer liebte seinen Bus sehr. Der Bus war sauber und schön und es waren nie laute Schulkinder darin. Im Sommer war er schön kühl und im Winter herrlich warm – denn der Busfahrer öffnete nie die Türen.
Das war nämlich das Seltsame an diesem Busfahrer. Er kümmerte sich nicht um die Passagiere und ließ keinen rein. Er fuhr zwar die Bushaltestellen an, aber es musste ja nie jemand aussteigen. Und nie machte er die Türen auf für die Leute, die warteten. Er fuhr weiter und freute sich darüber, wie schön es war einen Bus ohne all die lästigen Passagiere zu fahren. Natürlich wurde ihm gekündigt. Denn so etwas kann man als Busfahrer ja nicht machen.
Manche von uns ähneln diesem Busfahrer. Wir möchten am liebsten „durchs Leben fahren“ ohne all die lästigen Mitmenschen. Wir isolieren uns von anderen. Die anderen sind so lästig! Wenn wir anfangen, wie der seltsame Busfahrer zu werden, müssen wir hoffen, dass jemand so fest an die Tür klopft, dass wir ihn einfach reinlassen müssen. Und wenn wir sehen, dass manche unserer Mitmenschen gerade dabei sind, dem seltsamen Busfahrer immer ähnlicher zu werden, müssen wir an deren Tür klopfen und nicht locker lassen, bis sie uns reinlassen. Denn das ist das Beste , sowohl für den Busfahrer als auch für die Passagiere. Denn genauso wie ein Bus und sein
Fahrer eigentlich für die Passagiere da sind, sind wir füreinander da.
Jesus ist genau das Gegenteil von diesem seltsamen Busfahrer. Er möchte gerne alle dabeihaben. Er hält an allen Haltestellen, macht die Türen auf und sagt:“ kommt doch rein, ich habe auch das Ticket schon bezahlt.“
„Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Ehre.“
(Röm. 15, 7)